Animierte Deutschlandkarte steht für die Wirtschaftsordnung und soziale Marktwirtschaft in Deutschland

Soziale Marktwirtschaft

Soziale Marktwirtschaft steht für Wachstum, Wohlstand und sozialen Ausgleich. Der Staat legt die Spielregeln für die Wirtschaft fest und setzt sie auch durch. Wer sich nicht selbst helfen kann, erhält Hilfe vom Staat.


Soziale Marktwirtschaft

Was ist Soziale Marktwirtschaft?

Was genau bedeutet "Soziale Marktwirtschaft"? Was ist eine Wirtschaftsordnung? Und bist du eigentlich auch ein Teil der Wirtschaft? Der Film beantwortet dir alle Fragen zu diesem Thema und zeigt dir, wie Tim und Laura Teil der Wirtschaft werden und an welche Regeln sie sich halten müssen. Jetzt ansehen!


Was Du sonst noch wissen solltest

Hände die Geld tauschen; Quelle: iStock
© iStock

Was ist Wirtschaft?

Menschen bauen Autos, Maschinen oder Häuser, sie nähen Kleidung, backen Brot, pflanzen Getreide oder bauen Obst an. Diese Waren verkaufen sie auf Märkten. Sie führen außerdem für andere Menschen bezahlte Tätigkeiten aus, sogenannte Dienstleistungen.

...

Menschen bauen Autos, Maschinen oder Häuser, sie nähen Kleidung, backen Brot, pflanzen Getreide oder bauen Obst an. Diese Waren verkaufen sie auf Märkten. Sie führen außerdem für andere Menschen bezahlte Tätigkeiten aus, sogenannte Dienstleistungen. Dazu gehören Handel, Verkehr, Banken, Versicherungen, Verwaltung und Polizei. Alle Bereiche zusammen, in denen Menschen Waren oder Dienstleistungen verkaufen, bilden zusammen die Wirtschaft.

Wenn Produkte oder Dienstleistungen, zwischen Menschen und Unternehmen gegen Geld getauscht werden, wird dies auch Wirtschaftskreislauf genannt.

Der Wirtschaftskreislauf

Deine Eltern gehen arbeiten. Dafür bekommen sie Geld von dem Unternehmen, für das sie arbeiten. Von dem Geld kaufen sie dir zum Beispiel ein neues Fahrrad.

Das Geld, das deine Eltern im Fahrradgeschäft bezahlen, geht an das Unternehmen, das das Fahrrad hergestellt hat. Von dem Geld kann das Unternehmen Material für neue Fahrräder kaufen und seine Angestellten bezahlen. Und von ihrem Arbeitslohn kaufen die Menschen dann wieder Produkte, also Fahrräder, Essen, Handys, Autos und vieles mehr.

Zur Wirtschaft gehört natürlich nicht nur das Unternehmen, das Fahrräder herstellt. Alle Unternehmen, Firmen und Betriebe gehören zur Wirtschaft: zum Beispiel die Autoindustrie, Hersteller von Elektrogeräten, Bauunternehmen, Bäcker, Energieerzeuger oder auch Landwirte, die auf ihren Feldern Getreide und Gemüse anbauen. Auch Dienstleistungen gehören zur Wirtschaft: zum Beispiel der Verkäufer im Geschäft, die Angestellten in Banken und Versicherungen, Beamte im Rathaus oder Polizisten. Banken versorgen den Wirtschaftskreislauf mit Geld; die Menschen können ihre Ersparnisse dort anlegen oder Kredite aufnehmen. Auch der Staat ist ein wichtiger Akteur. Er setzt vor allem die Regeln für die Wirtschaft (die sogenannte "Wirtschaftsordnung", s. nächster Text), betätigt sich aber auch selbst als Unternehmer.

...

Schiedsrichter mit Fahne; Quelle: iStock
© iStock

Was ist eine Wirtschaftsordnung?

An deiner Schule gibt es eine Schulordnung. Sie legt fest, was deine Rechte und Pflichten sind.

Eine Wirtschaftsordnung ist etwas ganz Ähnliches: Sie legt die Regeln fest, an die sich alle im Wirtschaftsleben halten müssen.

...

An deiner Schule gibt es eine Schulordnung. Sie legt fest, was deine Rechte und Pflichten sind.

Eine Wirtschaftsordnung ist etwas ganz Ähnliches: Sie legt die Regeln fest, an die sich alle im Wirtschaftsleben halten müssen. Und so wie verschiedene Schulen unterschiedliche Schulordnungen haben, haben verschiedene Länder unterschiedliche Wirtschaftsordnungen:

Die Wirtschaftsordnung „Planwirtschaft“

Bei dieser Wirtschaftsordnung plant, lenkt und kontrolliert eine zentrale staatliche Planungsbehörde den gesamten Wirtschaftsprozess. Hier legt der Staat z. B. fest, welche Produkte die Unternehmen in welcher Menge produzieren und zu welchem Preis sie diese verkaufen dürfen. An diese Vorgaben müssen sich dann alle Unternehmen im Land halten. In einer typischen Planwirtschaft gehören diese Unternehmen nicht Privatpersonen, sondern dem Staat. Die DDR war eine solche Planwirtschaft.

Die Wirtschaftsordnung „Marktwirtschaft“

In einer Marktwirtschaft entscheiden Unternehmen und Verbraucher – also auch du, wenn du einkaufst –, wie, was, wo und wieviel hergestellt wird. Im Gegensatz zur Planwirtschaft erfolgt das hier alles dezentral. Das bedeutet: Auf dem Markt – daher auch der Name Marktwirtschaft – einigen sich Unternehmen und Verbraucher für jedes einzelne Produkt auf einen Preis, mit dem beide leben können. Die Preise steigen, wenn viele Menschen ein bestimmtes Produkt wollen, die Nachfrage also hoch ist, und sie sinken in der Regel, wenn Produkte wenig begehrt sind. In einer Planwirtschaft gelingt es dagegen viel weniger gut herauszufinden, was die Menschen kaufen möchten, da dort Preise nicht dezentral auf dem Markt, sondern zentral vom Staat festgelegt werden.

Wenn die Wirtschaftsordnung die „Freie Marktwirtschaft“ wäre, würde der Staat gar nicht ins Marktgeschehen eingreifen. Er würde zum Beispiel nicht kontrollieren, ob einzelne Unternehmen einen Markt allein beherrschen und keine Wettbewerber zulassen oder ob Unternehmer ihre Beschäftigten ausbeuten. Denn in so einem Fall hätten die Starken allein das Sagen. Deshalb gibt es eine solche vollständig freie Marktwirtschaft in der Realität nicht. Alle Länder haben irgendwelche Regeln und Vorschriften, mit denen sie auf den Markt und die Preise Einfluss nehmen.

Die zentrale Idee der Wirtschaftsordnung „Soziale Marktwirtschaft“ ist es, den Mechanismus eines freien Marktes zu erhalten und gleichzeitig für sozialen Ausgleich zu sorgen. Damit ist die Soziale Marktwirtschaft eine Form der Marktwirtschaft, in der der Staat die Spielregeln für die Wirtschaft festlegt und als Schiedsrichter diese Regeln auch durchsetzt. Wer sich nicht selbst helfen kann, erhält Hilfe vom Staat. So kann die Wirtschaft wachsen und es gibt Wohlstand für alle. In Deutschland haben wir genau diese „Soziale Marktwirtschaft“ als Wirtschaftsordnung.

...

Trillerpfeife mit Notizblock und Stift; Quelle: istockphoto.com
© istockphoto.com

Was ist Soziale Marktwirtschaft?

Die Soziale Marktwirtschaft ist Deutschlands Wirtschaftsordnung. Sie beruht auf der Überzeugung, dass es bei der wirtschaftlichen Entwicklung unseres Landes nicht allein darum gehen darf, dass ein Unternehmen möglichst schnell und ohne Rücksicht auf die Interessen der Angestellten möglichst viel Geld macht.

...

Die Soziale Marktwirtschaft ist Deutschlands Wirtschaftsordnung. Sie beruht auf der Überzeugung, dass es bei der wirtschaftlichen Entwicklung unseres Landes nicht allein darum gehen darf, dass ein Unternehmen möglichst schnell und ohne Rücksicht auf die Interessen der Angestellten möglichst viel Geld macht. Vielmehr soll es immer um beides gehen: Der Unternehmergeist in unserer Gesellschaft soll sich frei entwickeln können, und gleichzeitig sollen die Menschen von ihren Jobs leben können.

Die Soziale Marktwirtschaft lebt vom Wettbewerb. Er ist die Voraussetzung für Wachstum und Beschäftigung. Denn dann können verschiedene Unternehmen um die Gunst der Kunden und Verbraucher wetteifern. So entwickeln die Unternehmen ihre Produkte ständig weiter, verbessern die Qualität und senken auch die Preise, damit die Kunden ihr Produkt und nicht das vom Konkurrenten kaufen. Der Wettbewerb nutzt vor allem den Verbrauchern.

Zur Sozialen Marktwirtschaft gehört auch die Sozialpartnerschaft. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können sich in einer Gewerkschaft organisieren, die ihre Interessen gegenüber den Unternehmern vertritt - genauso wie die Klassensprecher und Schülervertreter die Interessen der Schülerinnen und Schüler gegenüber der Lehrerschaft vertreten. Auf der anderen Seite können sich auch die Unternehmer in Arbeitgeberverbänden zusammenschließen. Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände einigen sich in Verhandlungen zum Beispiel darüber, wieviel Geld und Urlaub die Beschäftigten für ihre Arbeit bekommen.

Aufgabe des Staates in der Sozialen Marktwirtschaft:

Markt und Wettbewerb werden in der Sozialen Marktwirtschaft ergänzt durch ein soziales Element. Diejenigen zum Beispiel, die aufgrund von Alter, Krankheit oder Arbeitslosigkeit kein Einkommen erzielen können, erhalten staatliche Unterstützung. Der Staat finanziert diese Unterstützung durch Beiträge zu den Sozialversicherungen und durch Steuern, die alle Bürger zahlen. So tragen die Stärkeren die Schwächeren. Dies nennt man Solidaritätsprinzip.

Zudem legt der Staat mit der Sozialen Marktwirtschaft als Wirtschaftsordnung die Spielregeln für die Wirtschaft fest und sorgt als Schiedsrichter dafür, dass sich alle daran halten. So kann die Wirtschaft wachsen und es gibt Wohlstand für alle.

BMWi-Video: Soziale Marktwirtschaft

...

Ludwig Erhard mit Buch; Quelle: Bundesarchiv, B 145 Bild-F004204-0003 / Adrian, Doris / CC-BY-SA
© Bundesarchiv, B 145 Bild-F004204-0003 / Adrian, Doris / CC-BY-SA

Wer war Ludwig Erhard?

Ludwig Erhard war ein deutscher Politiker und Erfinder der Sozialen Marktwirtschaft. Er selbst lebt schon lange nicht mehr: 1977 ist er gestorben. Doch die Soziale Marktwirtschaft, die er in Deutschland als Wirtschaftsordnung eingeführt hat, gilt bis heute.

...

Ludwig Erhard war ein deutscher Politiker und Erfinder der Sozialen Marktwirtschaft. Er selbst lebt schon lange nicht mehr: 1977 ist er gestorben. Doch die Soziale Marktwirtschaft, die er in Deutschland als Wirtschaftsordnung eingeführt hat, gilt bis heute.

Was genau hat Erhard gemacht?

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten viele Menschen kein Zuhause, keine Arbeit und wenig zu essen. Zudem war das Geld – die Reichsmark – nichts mehr wert: Man konnte damit in den Geschäften kaum noch etwas kaufen. Stattdessen tauschten die Menschen Waren oder bezahlten auf dem Schwarzmarkt mit Zigaretten.

Erhard vertraute auf die Kraft und den Willen der Menschen, ihr Leben selbstverantwortlich zu gestalten. Dieses Vertrauen entsprang seiner tiefen Überzeugung vom Wert der Freiheit für den Menschen: "Für mich ist die Freiheit ein Ganzes und ein Unteilbares. In meinem Blickfeld stellen politische Freiheit, wirtschaftliche und menschliche Freiheit eine komplexe Einheit dar. Es ist nicht möglich, hier einen Teil herauszureißen, ohne nicht das Ganze zusammenstürzen zu lassen."

Vater der Sozialen Marktwirtschaft

Erhard war von 1949 bis 1963 der erste Wirtschaftsminister der Bundesrepublik Deutschland. Er hat die Soziale Marktwirtschaft übrigens nicht alleine erfunden. Viele haben ihm dabei geholfen. Erhard ist aber der bekannteste von ihnen und gilt deshalb heute als "Vater der Sozialen Marktwirtschaft".

...

Fortschritte der sozialen Marktwirtschaft


Eure Meinung zur Sozialen Marktwirtschaft

Bild Modul Statement Soziale Marktwirtschaft

Jana, 8. Klasse


Ludwig Erhard hat die soziale Marktwirtschaft vor über 65 Jahren erfunden. Trotzdem ist sie heute immer noch aktuell, weil sie zeitlos und in fast jeder Hinsicht vorteilhaft ist - auch heute noch.

Bild Modul Statement Soziale Marktwirtschaft

Johannes, 6. Klasse


Der Hauptunterschied zwischen sozialer und freier Marktwirtschaft ist, dass es in der sozialen Marktwirtschaft menschlicher zugeht.